Spree

Ich bin so besoffen, dass ich es grade mal kurvig schwankend aus der Tür raus schaffe. Drinnen ist es dermaßen kuschelig. Typische Vorweihnachtsgemütlichkeits-Feierei mit Kerzen, gedimmtes Licht und viel Wein und Vodka-Mate. Wir auf der Gästeliste. Nach draußen habe ich mich alleine verirrt. Die Spree ist bizarr gefroren, dreieckige Schollen stechen sich nach oben ab. Das eiskalte blauweiß dieser Schneenacht ist ein toller Kontrast zur kaminfeuerwarmen Livesong-Indie-Welt, aus der ich grade eine kurze Me-Time-Pause brauche. Ich versuche, ein Foto zu machen. Es gelingt überhaupt nicht, meine Hände zittern und ich bin viel zu aufgeregt. Aber das Foto – nicht viel mehr als ein grüner Strich auf Schwarz – ist mir bis heute eins meiner liebsten. Später habe ich es dir einmal gezeigt und du hast es geliebt. Die Erfrischung hat gut getan, ich geh wieder rein. Die drei Typen mit Holzfällerhemd und Bart spielen grade den letzten Song ihres Debuts. Mein Leben ist genauso: Just one day. Pures Glück und du bist Teil davon. Möge es nie enden. Und naja. Es endete. Aber wir sind erstmal glücklich nach Hause gegangen.

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